Traumjob Journalist? Das erwartet Dich im Volontariat.

Trotz sinkender Auflagen und dem einbrechenden Anzeigenmarkt, möchten noch immer viele junge Menschen bei einer Tageszeitung arbeiten. Keine Frage: Der Job ist abwechslungsreich, wird noch immer gut bezahlt und ist oft das Sprungbrett für eine Karriere bei einem anderem Medium wie Radio oder TV. Da nicht jede Edelfeder ihre Karriere direkt beim Axel Springer Verlag startet, ist die Lokalzeitung oft die erste Anlaufstelle. Aber was erwartet Praktikanten und Volontäre dort eigentlich? So unterschiedlich die verschiedenen Lokalzeitungen auch sind: Wer hier einige Wochen, Monate oder Jahre Einblicke erhält, wird die folgenden Aspekte wieder erkennen:


_ Es wird viel und vor allem auch außerhalb der sogenannten Kernarbeitszeiten gearbeitet. Wer sich nach einem klassischen 9-to-5-Job sehnt, ist hier falsch.

_ Eine Tageszeitung füllt sich nicht von allein. Im Zweifelsfall ist nur wenig passiert oder das Agenturmaterial gibt nicht genügend interessanten Stoff her. Dann schaffen es auch Meldungen ins Blatt, die sonst direkt im Papierkorb verschwinden. Oft zum Erstaunen des neuen Praktikanten.

_ Genau aus diesem Grund werden einige Geschichten für “schlechte Zeiten” aufbewahrt, die dann entsprechend als Füllmaterial hervorholen kann. Meist handelt es sich dabei um Artikel, die keinen aktuellen Bezug haben.

_ Teilweise verweigern Unternehmen oder Politiker gerade jungen Nachwuchsjournalisten eine konkrete Aussage. Oft existiert ein enges Beziehungsgeflecht zu altgedienten Redakteuren, die ihre Vertrauenswürdigkeit unter Beweis gestellt haben. Hier zeigt sich wieder, dass persönliche Kontakte auch im Journalismus Gold wert sind.

_ Der Arbeitsalltag von Journalisten ist abwechslungsreich. Dennoch berichtet man häufig über den gleichen Personenkreis. Der Bürgermeister, Vorstandsvorsitzende des größten Arbeitgebers vor Ort oder Polizei- und Kirchenvertreter sind ebenso häufig im Blatt zu Gast, wie der örtliche Schützenverein oder Vertreter diverser Stiftungen. 

_ Einige Bürgerinnen und Bürger rufen in der Redaktion an oder kommen persönlich vorbei, um ihre Meinung zu einem Artikel kundzutun. Manchmal braucht man dann ein wenig Geduld und viel Einfühlungsvermögen. Überhaupt ist Empathie eine der wichtigsten Eigenschaften eines guten Journalisten. 


Der Praktikant, die Volontärin oder der freie Mitarbeiter treffen in der Lokalredaktion oft auf eine eingeschworene Gemeinschaft verdienter Journalisten. Jeder von ihnen ist in der Region verwurzelt, hat Kinder, die in die örtliche Schule gehen, ist Mitglied im lokalen Sportverein oder der Bruder des Bürgermeisters. Hier eine gesunde Distanz zu wahren, ist nicht leicht. Umso wichtiger ist es, dass die Redaktionen jungen Menschen eine echte Chance geben. Jung und alt, Mann und Frau, Single und Familienvater - eine gute Lokalredaktion ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. 

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