Die 10 Gebote der Pressearbeit


“Pressearbeit? Print ist doch so 1990. Und wer liest überhaupt noch Zeitung?” Nun, allein in Deutschland täglich rund 15 Millionen Menschen. Aber selbst wenn Sie sich Ihre Infos lieber über Facebook, Twitter & Co. holen oder Blogger als Influencer für Ihre Öffentlichkeitsarbeit gewinnen möchten, sollten Sie die 10 Gebote der Pressearbeit kennen, verstehen und leben. Glauben kann schließlich Berge versetzen.



1. Verstehen Sie sich als Partner

Seien Sie transparent, ehrlich und kompetent. Bieten Sie Geschichten und Meldungen an, die es wert sind, geschrieben und gelesen zu werden. Fragen Sie sich selbst: Würde ich diese Nachricht interessant finden? Was ist der Mehrwert für den Leser, Zuhörer oder User? Haben Sie alle Fakten zur Hand (Stichwort: Pressemappe) und reagieren Sie zügig auf Nachfragen. Behandeln Sie alle Journalisten mit Respekt. Der Praktikant des kleinen Anzeigenblattes hat Ihre Aufmerksamkeit ebenso verdient, wie der gestandene Redakteur der überregionalen Tageszeitung.


2. Seien Sie ehrlich

Geschönte Zahlen oder unhaltbare Behauptungen sind schlichtweg Unwahrheiten. Verzichten Sie auf Übertreibungen und geben Sie es lieber zu, wenn Sie auf die Frage eines Journalisten gerade keine kompetente Antwort geben können.


3. Pflegen Sie Ihr Netzwerk

Es geht nichts über persönliche Kontakte. Besonders Lokalredakteure arbeiten oft über einen langen Zeitraum für das gleiche Medium. Finden Sie heraus, welche Themen für die jeweiligen Redakteure interessant sind und pflegen Sie Ihr Netzwerk. Seien Sie aber nicht aufdringlich. Penetrante Anrufe und unangekündigte Besuche in der Redaktion sind kontraproduktiv. Denken Sie auch immer daran, ein professionelles Arbeitsverhältnis zu wahren. Nur weil Sie auf dem letzten Schützenfest gemeinsam ein Bier getrunken haben, ist der Journalist nicht verpflichtet, positiv über Ihr Unternehmen zu berichten. Und erwarten Sie nicht, dass Sie Artikel vor Erscheinen gegenlesen dürfen. Wir haben schließlich eine freie Presse.


4. Werden Sie selbst Rezipient

Abonnieren Sie eine lokale Tageszeitung und halten Sie sich auf dem Laufenden. Je nach Branche sollten Sie auch ein kompetentes Fachmagazin lesen. So erhalten Sie wichtige Infos, Inspiration und Sie finden leichter Themen für die eigene Pressearbeit. Lesen Sie die Tageszeitung nicht einfach nur, sondern schauen Sie genau hin: Welche Veranstaltungshinweise werden abgedruckt? Wie sehen gute Pressefotos aus und welche Unternehmen aus Ihrer Branche sind häufig in der Zeitung vertreten? Lesen Sie auch überregionale (online)-Medien. So finden Sie Themen, die Sie auf Ihre Region „herunterbrechen“ können. Die Digitalisierung ist beispielsweise ein großes Thema, das deutschlandweit diskutiert wird. Können Sie vielleicht konkret zeigen, wie die Digitalisierung in Ihrem Betrieb funktioniert und neue Lösungen anbieten?


5. Schreiben Sie leserlich

Ob Pressemitteilung oder Einladung: Achten Sie auf eine saubere Rechtsschreibung und Grammatik. Vermeiden Sie lange Schachtelsätze und fassen Sie sich kurz. Phrasendrescherei und Eigenlob haben in der professionellen Pressearbeit nichts verloren. Denken Sie immer daran: Ihre Informationen müssen neu und für den Journalisten relevant sein. Dann besteht die Möglichkeit, dass ein Redakteur Ihre Pressemitteilung aufgreift und über Ihr Thema berichtet.


6. Regelmäßigkeit ist Trumpf

Wer nur einmal im Jahr eine Pressemitteilung versendet, wird nicht wahrgenommen. Gute Pressearbeit beruht auf Regelmäßigkeit. Bleiben Sie im Gespräch und suchen Sie kontinuierlich nach spannenden Geschichten und Nachrichten aus Ihrem Betrieb. Bedenken Sie: Kleinvieh macht auch Mist. Veranstaltungshinweise und Kurzinformationen, die Ihr Unternehmen betreffen, nehmen nur wenige Zeilen in Anspruch, werden aber dennoch abgedruckt und tragen dazu bei, Ihr Unternehmen bekannt zu machen.


7. Definieren Sie einen festen Ansprechpartner

Gerade kleine und mittlere Betriebe können oder wollen sich häufig keinen Pressereferenten leisten. Das muss auch nicht sein. Dennoch sollten Sie einen festen Ansprechpartner bestimmen, der sich um die Pressearbeit kümmert. Journalisten sind schnell genervt, wenn sie sich sich jedes Mal aufs Neue durchfragen müssen, bis sie einen kompetenten Gesprächspartner gefunden haben.


8. Dokumentieren Sie Ihre Erfolge

Sammeln und archivieren Sie alle Veröffentlichungen. So legen Sie sich nach und nach eine umfangreiche Pressedatenbank an und können Ihren Erfolg direkt messen und mit den vergangenen Jahren vergleichen.


9. Erstellen Sie einen Redaktionsplan

Ob der Ausbildungsstart, die wichtige Fachmesse oder der Tag der offenen Tür: Bestimmte Ereignisse stehen jedes Jahr aufs Neue in Ihrem Terminkalender. Richten Sie Ihre Pressearbeit danach aus und überlegen Sie frühzeitig, ob sich eine Presseeinladung oder Pressemitteilung lohnt.


10. Haben Sie Spaß

Pressearbeit ist etwas Schönes. Sie haben direkten Kontakt zu den Medien, recherchieren spannende Themen und verfassen auch selbst Texte. Das Ergebnis Ihrer Arbeit haben Sie schließlich am Ende wortwörtlich in der Hand. Die frisch gedruckte Tageszeitung mit dem Artikel zu Ihrem neuen Produkt und das aussagekräftige Foto dazu versüßt jedes Frühstück und motiviert auch Ihre Mitarbeiter weiter ihr Bestes zu geben.


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